Mood down

mood down || Stimmung unten, bezeichnet den Zustand der schweren Depression, der meistens einer monatelangen Manie folgt und ist immer mit Suizidwunsch verbunden. So stark die luftige Manie, ist der Kerker des Hades ein tonnenschwerer Block, der erst langsam wieder leichter wird.

Für den bipolaren Menschen ist das eine stetige Wiederholung und kann in der Depression auch ein wenig Hoffnung bringen, da der episodenerfahrene Bipolare weiß, es wird auch wieder leichter, sollte noch etwas durchdringen und die enorm wichtige Medikation auch anspricht. Depression, das wißt ihr alle ist wie eingegraben im Kellerloch und zugeschüttet.

Aber auf der anderen Seite erdet uns, im nach hinein betrachtet, eine Depression auch wieder und bipolare Episoden überfallen uns nicht willkürlich, sondern werden durch soziale Auslöser wie ein schlechter Job, ungleiche Liebesbeziehungen, alte Traumatas oder allgemein zu viel Enge und Kaputtes auch langsam ausgelöst. Da heißt es die Vorzeichen erkennen und rechtzeitig den Gang zum Psychiater und zur Klinik finden.

Eine gute Freundin sprach mich auf die Einschätzung an, dass wir vielleicht davon ahnen, dass es wieder besser wird in den depressiven Zeit, dadurch, dass wir das schön öfter erlebt haben, und dass sie das nicht glaubt, dass dies eine Hilfe sein könnte durch unser Episodenerleben und da hat sie recht, in der Tiefe sind wir vergraben, aber der Gedanke am aufsteigenden Grat kommt schon auf, ja, es geht wieder minimal weiter, und das ist schon anders. Aber sag bitte keinem Bipolaren in der Depression: Das wird schon wieder.

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Nach dem internationalen Klassifikationssystem ICD-10 (International Classification of Diseases) sprechen Ärzte von einer leichten depressiven Episode, wenn mindestens zwei Hauptsymptome wie z.B. depressive Stimmung und Antriebsmangel und zwei Zusatzsymptome wie z.B. Schuldgefühle und Schlafstörungen auftreten. Bei einer mittelgradig depressiven Phase liegen zwei Hauptsymptome und mindestens drei, höchstens aber vier weitere Symptome vor. Schwere depressive Episoden werden diagnostiziert, wenn alle drei Hauptsymptome und mindestens vier zusätzliche Symptome vorhanden sind. Außerdem müssen die Beschwerden mindestens über zwei Wochen anhalten. Im amerikanischen Klassifikationssystem DSM-IV spricht man von „major depression“ (entspricht einer schweren depressiven Episode) und „minor depression“ bei einer weniger schweren Episode.

Spezielle Formen (Subtypen)

Depressive Episoden können noch zusätzlich spezifiziert werden, diese Einteilung erfordert zum Teil durch das Vorliegen zusätzlicher Symptome besondere therapeutische Maßnahmen. Im Folgenden sind einige dieser so genannten Subtypen aufgeführt:

Chronische depressive Störungen

Liegen die Erkrankungszeichen immer oder die meiste Zeit unterhalb der Schwelle einer „richtigen“ Depression, also einer depressiven Episode, kommt die Diagnose einer chronischen, gewöhnlich über 2 Jahre anhaltenden, leichten depressiven Verstimmung (Dysthymie) in Frage. Auch depressive Episoden, die über 2 Jahre andauern, und Verläufe ohne symptomfreie Intervalle zwischen den depressiven Episoden werden als chronisch bezeichnet. Häufig liegen bei chronischen Depressionen begleitende Erkrankungen wie Zwangsstörungen,  Ess-Störungen, Substanzmissbrauch oder Persönlichkeitsstörungen vor, die vielfach zusätzliche Behandlungsmaßnahmen erfordern.  

Psychotische Depression

Von einer psychotischen Depression sprechen Ärzte, wenn neben der depressiven Episode zusätzlich psychotische Anzeichen wie Wahnideen auftreten. Diese können sich z.B. in einem Verarmungswahn, Verschuldungswahn, Versündigungs- oder Verkleinerungswahn äußern. Die Symptomatik ist oft schwerer und die Dauer der depressiven Episoden länger als bei einer Depression ohne zusätzliche wahnhafte Anzeichen. Zudem ist bei Patienten mit psychotischer Depression das Rückfall- und Wiedererkrankungsrisiko erhöht.

Des Weiteren gibt es Depressionen mit begleitender Angstsymptomatik oder kombiniert mit einer therapiebedürftigen Angststörung. Etwa 20 bis 30% der depressiven Patienten weisen eine Panikstörung auf, auch eine soziale Phobie oder generalisierte Angststörung ist vielfach anzutreffen.

Melancholische Depression

Melancholische Depression bedeutet eine schwere Ausprägung der Depression bzw. des Kernsymptoms der Stimmungsstörung. Die Betroffenen beklagen, dass sie nichts mehr fühlen können, keinerlei Lust mehr empfinden können. Bei vielen Depressiven ist dagegen die Stimmung noch anregbar (nicht-melancholische Depression).
Depression mit körperlichen Symptomen

Bei der so genannten somatisierten Depression stehen verschiedene, uncharakteristische körperliche Beschwerden und Missempfindungen wie Kopfdruck, Schwindel, Herzrasen, Verdauungsstörungen und andere unspezifische Organbeschwerden im Vordergrund, für die nach adäquater Abklärung keine organische Ursache zu finden ist. Durch gezielte Fragen wird geklärt, ob die körperlichen Beschwerden auch unabhängig von der depressiven Symptomatik vorhanden sind. In diesem Fall handelt es sich nicht um eine Depression, sondern um eine so genannte somatoforme Störung.

Saisonal abhängige Depression (SAD)

Unter einer saisonalen affektiven Störung (SAD) versteht man eine depressive Episode, deren Beginn und Ende gehäuft zu bestimmten Jahreszeiten erfolgen. In der restlichen Zeit sind die Patienten gesund bzw. können im Rahmen einer bipolaren Störung eine (hypo)manische Phase entwickeln. Eine Form der saisonalen Depression – die Winterdepression – tritt in der lichtarmen Jahreszeit, d.h. vom Herbst bzw. Winter bis zum Frühjahr, auf. Die Patienten, überwiegend Frauen, leiden unter Lustlosigkeit, Schläfrigkeit, Lethargie und haben verstärkt Heißhunger, vor allem auf Süßigkeiten. Im Sommer sind die Betroffenen dagegen symptomfrei. Die Anzeichen bessern sich meist durch eine Lichttherapie – von Tageslicht bis hin zur Therapie mit einer speziellen 10.000-Lux-Lampe.

Psychische Störungen nach der Entbindung

Die nach einer Entbindung möglichen auftretenden psychischen Störungen kann man grob in drei Kategorien einteilen:

Die hierzulande umgangssprachlich als „Heultage“ bezeichnete Zeit stimmungsmäßiger Labilität und depressiver Verstimmung in den ersten 3 bis 5 Tagen nach der Geburt wird im englischen Sprachraum „baby blues“ genannt. Nach den Studien verschiedener Autoren sind solche Veränderungen nach etwa 40 bis 70% aller Entbindungen zu beobachten.

Seltener sind dagegen die so genannten Wochenbettdepressionen (postpartale Depressionen) mit einer Häufigkeit von etwa 1 bei 10 Geburten. Sie treten meist in den ersten Wochen nach der Geburt auf und können in der Regel ambulant behandelt werden. Sie können mehrere Monate anhalten und im Einzelfall auch schwer ausgeprägt mit Selbstmordgedanken sein, so dass eine stationäre Behandlung nicht zu umgehen ist.

Übergänge zu den insgesamt sehr seltenen schweren Wochenbettpsychosen kommen bei wenigen Patientinnen mit Wochenbettdepression vor (bei etwa 1 bis 2 auf 1.000 Geburten).

Sonderformen

Bei einer anhaltenden Stimmungsinstabilität mit zahlreichen Episoden leichter Depression und leicht gehobener Stimmung, die nicht den Schweregrad depressiver oder manischer Episoden erreichen, spricht man von einer Zyklothymia.